Borussias Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Christian Ziege auf der heutigen Pressekonferenz.
06.10.2008
"Wollen nichts übers Knie brechen"

Borussias Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Christian Ziege äußerten sich bei der heutigen Pressekonferenz nach der Trennung von Jos Luhukay zur aktuellen Trainersituation.

„Wir müssen nach vorne schauen und so schnell wie möglich Punkte holen“, sagte Ziege, der aber dennoch gemeinsam mit Königs einen kurzen Rückblick auf die gute Zusammenarbeit mit Luhukay tätigte. „In der Zweiten Liga war er der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt, er hat in der letzten Saison exzellente Arbeit abgeliefert. Den Aufstieg werden wir ihm nie vergessen“, sagte Königs. „Wir haben aber von sieben Bundesligaspielen und zweien im DFB-Pokal sieben verloren, das reicht nicht. Unserem Saisonziel, dem Klassenerhalt, hinken wir hinterher. Nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln haben wir uns erstmals zusammengesetzt und die Lage diskutiert, gestern Nachmittag sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, sich zu trennen. Wir gehen aber in Freundschaft auseinander.“

Da eine Trainerentlassung vor der 1:2-Niederlage gegen die Kölner kein Thema war, steht die Borussia nun auch bei der Suche nach einem Nachfolger ganz am Anfang. Klare Vorstellungen, welche Anforderungen der neue Trainer erfüllen soll, gibt es zwar bereits. Doch Ziege will Gespräche führen und Informationen einholen, ehe Vollzug vermeldet werden kann. „Wir brauchen einen Trainer, von dem wir überzeugt sind, der uns aus dem Tabellenkeller herausführen kann und wir wollen niemanden, der nur drei Monate bleibt“, so Ziege. „Das wird wohl nicht von heute auf morgen funktionieren. Wir wollen dabei nichts übers Knie brechen.“

Sven Demandt ist Interims-Co-Trainer

An den längst aufkommenden Spekulationen will sich Ziege, der die Mannschaft bis auf weiteres gemeinsam mit U19-Trainer Sven Demandt trainiert, nicht beteiligen. „Wenn es so weit ist, sagen wir Bescheid“, so Ziege, der die Trainersuche auch dann nicht beenden will, sollte die Mannschaft das nächste Spiel in Bochum unter seiner Regie gewinnen. Bis dahin gilt es für den Interimstrainer jedoch, Aufbauarbeit zu leisten. An der Qualität der Spieler und deren Einstellung hat Ziege keine Zweifel. „Was die Mannschaft braucht, ist Selbstvertrauen“, sagt er. „Sie müssen das Gefühl zurückbekommen, dass sie das Fußballspielen nicht verlernt haben und nicht schlechter sind als andere Teams.“

Die Mannschaft zu trainieren und sich gleichzeitig auf Trainersuche begeben – Christian Ziege hat in den nächsten Tagen also einiges zu tun. „Ich bin aber froh, dass ich hier im Verein viele helfende Hände habe, die mich dabei unterstützen werden“, so Ziege.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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